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December 3, 2019

Fab Dupont I-O Einsätze

How To Listen SSL Compressor Edition: Hardware Vs UAD Plug-In

SSL G-Series Bus Compressor Testübersicht

 

In diesem Auszug aus "How to Listen SSL Compressor Edition," setzen wir mit Fab ein, der über den SSL G-Series Compressor spricht. Er erklärt, dass dieser besonders wegen des Charakters geschätzt wird, den er dem Audiomaterial verleiht. Er bereitet einen Vergleich zwischen einem Hardware G-Series Compressor und der (UAD) Plug-in-Version vor. Für den Test wird er die Hardware-Einheit mithilfe der Pro Tools I/O Loop-Funktion in seinen Masterbus einschleifen.

Hin und Her: Signalführung durch die SSL-Hardware

Aufbau des Hin-und-her-Tests

Fab verwendet für den Test einen eigenständigen Rackmount SSL G-Series Compressor (nicht einen in einer Konsole). Er vergleicht diesen mit dem Plug-in auf dem Masterbus eines Mixes. Master-Bus-Kompression ist genau das, wofür die G-Series-Einheiten besonders bekannt sind.

Frontpanel eines SSL XLogic G-Series Rackmount Stereo-Bus-Kompressors mit Threshold-, Attack-, Ratio- und Release-Reglern.

Ein SSL 1U G-Series Compressor, ähnlich dem, den Fab im Video verwendet.

Wie die Pro Tools I/O Loop funktioniert

Er erklärt, wie die I/O Loop funktioniert: Das Signal wird aus Pro Tools heraus über einen Digital-zu-Analog-Wandler im Audio-Interface (in diesem Fall Fab's Avid HD I/O) ausgegeben. Das stereophone analoge Signal wird dann zu den Eingängen des G-Series Compressors geleitet. Nachdem es durch dessen Schaltung gelaufen ist, erscheint das Signal an den Ausgängen und geht dann über die Eingänge desselben Kanalpaars auf dem HD I/O zurück in Pro Tools.

Pro Tools Mixerfenster, das das I/O-Insert-Menü zeigt, mit dem Audio an externe SSL-Compresor-Hardware geroutet wird.

In Pro Tools wird die I/O Loop auf einer Spur oder einem Bus konfiguriert, indem man auf einen Insert-Slot klickt und dann aus dem I/O-Menü auswählt.

Converter-Check: In-the-Box vs. I/O Loop

Erster Test: Noch kein SSL Compressor

Beim ersten Test wird die Hardware-Kompression noch gar nicht verwendet. Stattdessen verbindet Fab das Ausgangspaar des HD I/O mit seinen eigenen Eingängen auf denselben zwei Kanälen. Er vergleicht den Klang des Mixes in-the-box mit dem Klang, wenn er ihn durch sein Interface routet und mit der I/O Loop wieder in Pro Tools zurückführt. Das Signal wird dabei digital in analog und wieder zurück in digital gewandelt. Was er hier wirklich überprüft, ist der Klang der Wandler des HD I/O.

Auf Unterschiede in den unteren Mitten achten

Nachdem er beide Versionen — in-the-box und I/O-Looped — ein paar Mal abgespielt hat, sagt Fab, dass sie zwar ziemlich ähnlich klingen, es aber subtile Unterschiede gibt. Er empfiehlt, besonders auf die Bassdrum zu achten.

Die unteren Mitten, so sagt er, sind das Erste, worauf man achten sollte, wenn man Wandler überprüft, sowie der Bereich um 3 kHz. In diesem Fall rät er aber, den erstgenannten Bereich zu beachten, wo viel vom „Fleisch“ der Bassdrum liegt. Seine Beobachtung ist, dass es etwas schlanker klingt, wenn es die zusätzlichen zwei Wandlungsstufen durch die I/O Loop durchläuft.

Flat vs. Flat: Durch die SSL, aber unkomprimiert

Flat vs. Flat Hardware-Pfad

Als Nächstes patched er die I/O Loop-Ausgänge in die Eingänge des G-Series Compressors und dann zurück in Pro Tools. Für diesen Test wird er noch keine Kompression verwenden. Der Vergleich soll zwischen dem Klang des Mixes vollständig in-the-box und dem Klang stehen, wenn er durch die I/O Loop und durch die Schaltung des Compressors läuft.

Pegeldifferenzen durch die SSL-Schaltung

Wenn das Signal durch letztere läuft, ist sein Pegel etwas niedriger. Fab erklärt, dass das Gerät, obwohl gut gewartet und im werksseitigen Zustand, aus irgendeinem Grund am Ausgang 0,9 dB leiser ist als am Eingang, wenn die Kompressionsschaltung überbrückt ist. Offenbar ist das so konstruiert worden.

UAD SSL 4000 G Bus-Compressors Plug-in-Oberfläche, eingefügt auf einer Pro Tools Spur.

Das UAD SSL G-Series Compressor Plug-in, das Fab im vollständigen Video mit dem G-Series Hardware-Compresor vergleicht.

Pegelanpassung und Hörentscheidungen

Beim Vergleich während des Mixens ist das Angleichen der Lautstärke entscheidend. Nehmen wir an, du hast einen Compressor auf deinem Masterbus. Du findest eine Einstellung, die dir gefällt, und während der Song abgespielt wird, vergleichst du die unkomprimierte und die komprimierte Version, indem du den Compressor umgehst und dann wieder einschaltest. Du denkst dir: "Wow, das hat ich wirklich verbessert."

Wenn der Compressor jedoch Pegel hinzufügt und die komprimierte Version lauter ist, kannst du dich selbst täuschen. Unser Gehirn nimmt bei höheren Lautstärken mehr Hoch- und Tiefpassanteile wahr und bei niedrigeren Pegeln mehr Mitten. Mehr dazu kannst du in diesem Puremix-Blogpost lesen. Sieh dir auch das Puremix-Video "How to Listen-Reference Mixes" an, für Tipps von Fab zur Verwendung von Referenz-Plugins, die gute Optionen für das Pegelabgleich bieten.

Signale ausleiten: Verwendung von Hardware-Inserts in deiner DAW

Signale mit Hardware ausleiten

Hardware-Prozessoren in deine Mixe zu integrieren kann eine tolle Möglichkeit sein, echten analogen Charakter in deine Musik zu bringen. Wenn du kein Pro Tools nutzt, keine Sorge: Viele moderne DAWs bieten Optionen für Hardware-Inserts.

Hardware-Insert-Fenster von Digital Performer und Logic Pro X, die analoge Send- und Return-Verbindungen mit Latenzerkennung zeigen.

Viele DAWs bieten Hardware-Insert-Funktionen. Hier zu sehen sind Insert-Fenster von Digital Performer (links) und Logic Pro X (rechts). Beachte, dass beide integrierte Latenzerkennungsfunktionen haben.

I/O-Anforderungen für Hardware-Inserts

Es gibt einige Punkte zu bedenken, bevor du Hardware einsetzt. Erstens: Hat dein Interface genug I/O? Wenn du ein Monosignal von einer einzelnen Spur zu einem Hardware-Gerät sendest, brauchst du mindestens einen zusätzlichen Eingang und Ausgang zusätzlich zu den Stereo-Ausgängen deines Interfaces und deren entsprechenden Eingängen. Für Stereo brauchst du zwei zusätzliche In- und zwei Out-Kanäle.

Wandler, Qualität und Latenz

Zweitens: Du sendest dein Audio durch die D/A- und A/D-Wandler deines Interfaces, was sich potenziell negativ auf die Klangqualität auswirken kann, besonders wenn du den Masterbus raus- und wieder zurückführst. Bei einem günstigen Interface sind die Wandler vermutlich ordentlich, aber nicht makellos. Es ist möglich, dass die zusätzlichen Wandlungsstufen einen subtilen, aber negativen Einfluss auf die Audioqualität haben. Verwende deine Ohren, um zu entscheiden.

Beachte außerdem, dass das zurückkehrende Signal von der Hardware aufgrund der beiden Wandlungen nicht vollständig zeitlich mit der Originalspur übereinstimmen wird. Wenn dein Insert auf einer einzelnen Spur liegt, stelle sicher, dass die Latenzkompensation deiner DAW eingeschaltet ist und dein Buffer so niedrig wie möglich eingestellt ist (das hängt davon ab, wie viele Spuren und Plug-ins du offen hast).

Erinnerst du dich? Hardware im Zeitalter der Recallbarkeit verwalten

Erinnerst du dich?

Ein weiterer Aspekt ist, dass durch das Hinzufügen von Hardware dein Recall-Prozess komplizierter wird. Wenn du ausschließlich in the box arbeitest und zu einem früheren Mix zurückkehren oder einen Mix wieder öffnen möchtest, den du noch fertigstellst, reicht es, die Session-Datei in deiner DAW zu öffnen. Alles ist genau so, wie du es beim letzten Speichern hinterlegt hast. Mit Hardware musst du dich jedoch daran erinnern, wie das Outboard-Gerät eingestellt war, wenn du den Mix exakt rekonstruieren möchtest.

Recall-Sheets aus der Analog-Ära

Früher in der Analog-Ära, als alle Prozessoren hardwarebasiert waren, erforderte das Wiederherstellen eines Mixes deutlich mehr Aufwand. Man musste die Mixerkanäle, das Routing und die Einstellungen der externen Geräte manuell zurücksetzen. Letzteres geschah mithilfe von "Recall Sheets", also Papierausdrucken, die die Regler der verschiedenen Hardware-Prozessoren im Studio zeigten. Am Ende eines Mixes markierte man die Einstellungen auf dem entsprechenden Sheet. Beim Recall nutzte man die Sheets als Referenz, um die Prozessoren zurückzusetzen.

Recall-Sheet-Diagramm für einen Avalon VT-747SP Compressor und EQ mit leeren Zeilen zur Dokumentation der Hardware-Einstellungen.

Ein Recall-Sheet für einen Avalon VT-747SP Compressor/Limiter/EQ.

Moderner Recall: Fotos und Rendern von Spuren

Heutzutage, dank der Allgegenwart von Smartphone-Kameras, brauchst du nicht unbedingt ein Recall-Sheet für Hardware — du kannst einfach ein Foto der Einstellungen machen. Achte aber darauf, das Bild im Projektordner zu speichern und es mit dem Namen der Mix-Version zu versehen, damit du die richtigen Einstellungen leicht wiederfindest.

Wenn du die Hardware auf einer einzelnen Spur oder einem Bus innerhalb eines Mixes einsetzt (aber nicht auf dem Master), kannst du Recall-Sheets oder Fotos vermeiden, indem du die Spur mit dem Hardware-Effekt darauf auf eine neue Spur renderst (die unbearbeitete Spur behältst du sicherheitshalber bei). Wenn das Hardware-Insert auf dem Masterbus ist, rendert man es ohnehin in der Regel als Mix.

Aber Moment: Hardware vs. Plug-in SSL Vergleich

Und wie sieht der A/B-Vergleich zwischen dem Hardware SSL G-Series Compressor und der UAD Plug-in-Version aus? Fab macht diesen Vergleich gegen Ende des vollständigen Videos, das du dir jetzt ansehen kannst, wenn du eine Puremix Pro Membership hast.

Geschrieben von Puremix Team