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August 27, 2026

How to Record Electric Guitar With a String Orchestra

Eine E-Gitarre im selben Raum wie ein Streichorchester zu platzieren erzeugt ein Problem ohne saubere Lösung. Die verstärkte Gitarre läuft in jedes Streichermikrofon. Bei achtzehn offenen Mikros ist dieses Bleed nicht zu beheben und es beeinflusst jede Mix-Entscheidung, die du später triffst.

So wurde auf Yvette Youngs 3 Pieces for Strings and Guitar verfahren, bei dem die Gitarre und ein achtzehnköpfiges Orchester am selben Tag im selben Raum aufgenommen wurden.

Die Gitarre aus dem Raum halten

Die Gitarre wurde direkt aufgenommen, ohne Verstärker im Raum. Das Orchester hörte sie über Kopfhörer. So erhältst du saubere Streichermikrofone ohne Gitarrenanteil – auf Kosten davon, dass die Gitarristin keinen Amp im Raum hört.

Dafür brauchst du ein Cue-System, das wirklich funktioniert. Bei dieser Session bedeutete das mehrere Kopfhörerverstärker mit achtzehn Kanälen und zwanzig identische Kopfhörerpaare, damit jeder Musiker dasselbe hörte. Mische im Ensemble nicht verschiedene Kopfhörermodelle.

Das Gitarrensignal aufsplitten

Die Gitarre wurde gleichzeitig an zwei Stellen erfasst:

  1. Ein sauberer DI, vor dem Pedalboard abgenommen. Rohgitarre, keine Effekte, kein Amp‑Modelling.
  2. Der volle Wet‑Output, in Stereo, nach dem Pedalboard abgenommen.

Diese Aufteilung ist die ganze Versicherung. Wenn die Performance stimmt, der Ton aber nicht, kannst du den sauberen DI später durch dieselbe Kette re-ampen. Wenn der Ton stimmt, hast du ihn bereits. Fab richtete das extra so ein, damit die Overdub‑Session am nächsten Tag wahlweise gegen die eine oder die andere Version eingespielt werden konnte.

Das Problem, für das niemand plant

Mitte des Aufnahmetages trat ein Problem auf, das durch keine Vorbereitung aufgefangen worden wäre: das mechanische Klicken, wenn die Gitarristin mit ihrem Stiefel die Schalter am Pedalboard betätigte, wurde auf den Streichermikrofonen mitaufgenommen. Nicht das Gitarrensignal – das physische Geräusch des Schalters, akustisch von achtzehn offenen Mikros eingefangen.

Dafür gibt es keine nachträgliche Bearbeitungslösung. Vor Ort entschied man, die Gitarre fast komplett clean mit minimalem Delay aufzunehmen und alle Effekte am folgenden Tag als Overdubs wieder aufzubauen.

Wenn du einen Gitarristen mit starkem Pedaleinsatz in einem Live‑Raum aufnimmst, denke an Schaltgeräusche vor der Session, nicht erst währenddessen.

Overdubs gegen ein Ensemble ohne Click

Das Orchester auf diesem Album wurde ohne Click aufgenommen, was Gitarre‑Overdubs wirklich schwer macht. Es gibt kein Grid, an dem man sich festhalten kann, und das Tempo atmet.

Zwei Techniken machten es möglich:

Bewege das Ensemble zum Spieler, nicht umgekehrt. Die Aufforderung an die Gitarristin, einem Scratch‑Track hinterherzujagen, der nie auf einem Grid war, zerstörte ihr Feeling. Ihre Worte: „Anstatt mich auf das Feeling zu konzentrieren, konzentriere ich mich darauf, hinterherzuspielen.“ Also wurden die pizzicato‑Noten der Streicher stattdessen an ihre Phrasierung angepasst. Mach das sparsam, denn das Verschieben von Noten, die mit achtzehn Mikrofonen aufgenommen wurden, verändert auch den Raumklang.

Nutze die Scratch‑Gitarre als rhythmischen Anker. In Call‑and‑Response‑Passagen, in denen die Gitarristin auf Spieler antwortet, die nicht im Raum sind, hilft es, die ursprüngliche Scratch‑Gitarre im Cue‑Mix anzuheben; so hat sie etwas, woran sie sich festhalten kann. Das verändert spürbar, wie sie spielt.

Die Gitarre in Schichten aufbauen

Statt einem einen perfekten Take hinterherzujagen, wurden die Overdubs schichtweise aufgebaut: ein gehaltenes Shimmer, das darunter eingeblendet wurde, eine pitch‑verschobene, glitzernde Spur, eine Feedback‑Schicht, Suboktaven für Gewicht und harte Noise‑Übergänge zwischen den Sätzen.

Eine Regel bestimmt das Pedalboard‑Layout in einer Session wie dieser: Stereoeffekte gehören ans Ende der Kette. Alles Stereo, das vor einer Mono‑Stufe sitzt, wird wieder auf Mono summiert und ist damit verschwendet.

Die komplette Session, inklusive Pedalboard‑Walkthrough und den Re‑Amping‑Entscheidungen, findest du in 6 Strings and Classic Strings auf Puremix.

Geschrieben von puremix