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September 4, 2026

Kick oder Bass: Wer sollte den Tieftonbereich deines Mixes beherrschen?

Entweder die Kick oder der Bass kann das Low-End eines Mixes übernehmen, aber man muss sich entscheiden, und die Entscheidung fällt oft mit einer überraschend kleinen EQ-Änderung. Den Bass bei etwa 50 Hz anzuheben neigt dazu, Kick und Bass zu einem großen, kräftigen Wumms zu verschmelzen, während die Kick weiterhin hörbar bleibt. Dieselbe Bassanhebung bei 80 oder 100 Hz lässt meist den Bass dominieren und die Kick verschwinden. Der Unterschied beträgt oft nur 2 dB.

Der 50 / 80 / 100 Hz-Test

Bei Dr. Dogs "Fat Dog" zeigt Matt Ross-Spang den schnellsten Weg, das Low-End zu klären: Spiel den Mix (nicht den solo gestellten Bass) und schalte probehalber eine 2-dB-Bassanhebung bei 50, 80 und 100 Hz, wobei du nur auf das Verhältnis zwischen Kick und Bass hörst.

Seine Schlussfolgerungen zu diesem Song:

  • Bei 50 Hz treffen Kick und Bass beim gemeinsamen Anschlag als eins auf, behalten aber jeweils noch ihren eigenen Raum. Das hat er gewählt.
  • Bei 80 und 100 Hz verschlang der Bass die Kick. Gleiche Anhebung, völlig anderes Ergebnis.

Es gibt keine universell richtige Antwort. Der Punkt ist, das Verhältnis im Kontext zu beurteilen und bewusst zu wählen.

Warum man Bass‑EQ nicht im Solo vornehmen sollte

Matt ist offen darin, großen EQ-Eingriffen am solo gestellten Bass nicht zu vertrauen. Eine Bassgitarre im Solo tief anzuheben klingt oft großartig, bis dir im Mix auffällt, dass bestimmte Töne deutlich stärker aufblühen als andere. Seine Regel: Jede Entscheidung über den Tiefbass des Basses wird getroffen, während man den Bass zusammen mit den Drums und gegebenenfalls anderen tiefen Instrumenten (einem Synth-Bass, einer Moog) hört.

Der Rest seiner Bass‑Kette, kurz
Der Bass auf "Fat Dog" ist eine einfache Kette mit klarer Logik:

  • LA-2A, die fast nichts macht: 0,5 bis 1 dB Gain-Reduction. Gerade genug, damit das Fingerpluck größer wirkt.
  • EQ nach dem Kompressor, damit Tonänderungen nicht die Reaktion der LA-2A verändern: +3 dB bei 3 kHz für Anschlagklarheit, eine kleine Absenkung bei 500 Hz, die oben beschriebene 50-Hz-Entscheidung.
  • Parallel re-amped durch einen kleinen Peavey-Amp, zeitlich gegen die DI ausgerichtet zurückgeführt. Dieses "Peavey-Parallel" fügt Definition hinzu, die die Basslinie auf Telefon- oder Laptoplautsprechern lesbar macht, wo die 50-Hz-Grundfrequenz überhaupt nicht vorhanden ist.

Kleine Lautsprecher sind der eigentliche Test

Der letzte Punkt ist für jeden Mix wichtig: Wer das Low-End besitzt, braucht außerdem eine Stimme im Mittenbereich, denn die meisten Hörer werden 50 Hz nie hören. Sättigung, eine parallele Amp-Spur oder eine sanfte Anhebung im Bereich von 700 Hz bis 3 kHz tragen den Bass auf Earbuds.

FAQ

Sollten Kick und Bass auf unterschiedliche Frequenzen ge‑EQt werden?

Meistens ja. Jedem einen Platz zuzuweisen (zum Beispiel Kick bei 60 Hz, Bass bei 100 Hz oder umgekehrt) verhindert Maskierung. Das oben gezeigte Demo ist die Methode, um zu entscheiden, wer welche Frequenz bekommt.

Wie viel Gain-Reduction sollte ein Basskompressor machen?

Weniger als du denkst. Auf "Fat Dog" bewegt sich die LA-2A um 0,5 bis 1 dB. Wenn man den Kompressor arbeiten hören kann, erfüllt er eine andere Aufgabe als Glue.

Warum verschwindet mein Bass auf kleinen Lautsprechern?

Weil seine Energie komplett unterhalb dessen liegt, was kleine Treiber wiedergeben. Füge statt mehr Tiefbass Mitten‑Obertöne durch Sättigung oder eine parallele Amp‑Spur hinzu.

Dieses Demo ist ein kleiner Moment in der neuen Inside the Mix‑Serie, in der Matt Ross-Spang seinen gesamten Dr. Dog-"Fat Dog"-Mix bei Southern Grooves dekonstruiert.

 

Geschrieben von puremix